Verona, 30. August bis 2. September 2013, Tag 2

Wie ja gestern dann doch erraten wurde: ja, es waren Kaugummis, gut durchgekaute und teilweise beschriftete Kaugummis, die da an der Hauswand klebten. Mich schüttelt es heute noch, bah!

Wenden wir uns aber nun dem neuen Tag zu.

Also, sollte eine im Hotel San Marco übernachten und sich über die weichen Betten beklagen, so kann sie zuhause nur auf Granit schlafen. Diese Betten sind wirklich, wirklich hart. Es gibt auch keine Bettdecken, wie wir sie aus Deutschland kennen, sondern nur Laken und zur Not halt eine Wolldecke oben drauf. Aber das ist bei diesen Temperaturen nun wirklich nicht angesagt.
Wir haben aber relativ gut geschlafen.

Beim Blick aus dem Fenster sahen wir heute morgen eine geschlossene Wolkendecke, aber es regnete nicht und das ist ja schon mal ein guter Anfang.
Das Restaurant hier im Hotel ist ziemlich groß und auf dem Frühstückbuffet standen auch eine Menge Sachen rum: Käsescheiben, Schinken roh und gekocht, Salami, Marmelade, Nutellla (!), gekochte Eier, Rühreier und noch jede Menge Süßkram. Und es gab Earl-Grey-Tee, yeah!
Das Essen war ganz okay, obwohl wir in Italien sind, wo es normalerweise nur einen Cappuccino und ein süßes Stückchen zum Frühstück gibt.

Für heute hatten wir ja beschlossen, dass es an den Gardasee gehen sollte.
Wir sind also mit dem Bus zum Bahnhof gefahren und dort in einen anderen Bus umgestiegen, der uns nach Sirmione bringt.
Es ging durch mehrere Orte und ziemlich viel Verkehr, auch schön am Ufer des Gardasees entlang, auf eine Halbinsel, die sich 4 Kilometer in den Gardasee erstreckt. Die Fahrt dauerte ungefähr eine Stunde.
Als wir ausgestiegen waren und durch das Tor in den eigentlichen Ort gingen, standen wir dann dem hier gegenüber:

Castello-Sirmione
(Und bitte ganz dringend den strahlendblauen Himmel beachten! Das ist keine Postkarte, sondern ein tatsächlich von mir geknipstes Bild!)

Das ist Castello Scaligero, errichtet von den Skaligern, die im 13. und 14. Jahrhundert Verona beherrschten.

Und das hier ist ein Blick vom Anlegesteg nach Sirmione hinein:

Hafen-Sirmione

Aber nun wollten wir erstmal eine Kleinigkeit essen und weil es so schön hübsch aussah, haben wir uns für das Restaurant gleich neben dem Castello entschieden.
Im Piccolo Castello haben wir sehr lecker gegessen. Schatzi hatte Kalbsleber venezianisch mit Polenta und ich hatte Gardaseeforelle vom Grill mit gegrilltem Gemüse. (Letzteres sollte frau nicht unbedingt bestellen, wenn sie vom Essen nicht angeschaut werden möchte. Der Kellner würde allerdings auch das lecker Zeug von Gräten, Kopf und Schwanz befreien. 🙂

Danach sind wir durch die Gassen der Stadt geschlendert, zusammen mit jede Menge anderer Touristen und ständig vorbei an sowas hier:

Eis-1Eis-2Eis-3

Hierbei handelt es nur um eine extrem kleine Auswahl der gefühlten 12.000 Eisdielen in Sirmione. Unglaublich und unglaublich lecker!

Aber ein T-Shirt habe ich auch noch gefunden! 😀

Wir sind hier ein wenig rumgelaufen und haben dort noch geschaut und uns dann am Hafen zwei Tickets für eine Überfahrt über den Gardasee nach Lazise gekauft.
Bevor das Schiff abfuhr, haben wir uns in ein Café/Restaurant in der Nähe des Anlegers gesetzt, Wasser und Espresso bestellt und das gemacht, was wir sonst nie, nie, niemals tun würden: wir haben über die Leute die vorbei gingen, gelästert. Schlimm, schlimm, schlimm. Aber es bot sich einfach an. Die Leute liessen uns gar keine Wahl. Ein bißchen schämen wir uns ja schon. Aber nur ein bißchen.

Dann ging es aufs Schiff.
(Eines dieser Schiffe hieß tatsächlich Goethe, der Kerl war aber auch überall, das ist schlimm. Aber mit dem Schiff sind wir nicht gefahren.)

Goethe

Unser Schiff hieß Verona, das ist doch viel passender gewesen.
Im gemütlichen Tempo ging es leicht schwankend einmal quer über den See.

Lazise ist um einiges kleiner als Sirmione und nicht ganz so überlaufen. Jedenfalls um die Uhrzeit, als wir da waren, noch nicht. Vielleicht sieht das ja abends anders aus. Es gab hier auch im Gegensatz zu Sirmione eher Läden, die wie Kneipen aussahen.
Aber der Bereich am Wasser und der Minihafen waren ganz hübsch.

Hafen-Laziseromanische-Kirche-Lazise

Das hier ist übrigens die romanische Kirche San Nicolò aus dem 12. Jahrhundert mit einigen sehr schönen Fresken darin, die aber nur teilweise freigelegt wurden.

In Lazise gab es nicht ganz so viele Gelaterias wie in Sirmione, tatsächlich haben wir nur eine einzige gesehen. Wir haben aber kein Eis probiert, wir waren noch satt vom Eis in Sirmione 🙂

Von Lazise aus ging es mit dem Bus zurück nach Verona. Es lohnt sich übrigens, mit dem Bus an den Gardesee zu fahren. Das Ganze hat hin und zurück nur 7 Euro pro Person gekostet!

Ja, und dann war es auch schon wieder Zeit zum Essen.
Gegenüber vom Hotel hier gibt es eine Osteria, die Osteria al Borgo (Homepage in Italienisch).
Die mussten wir ja mal ausprobieren.
Ach, es war ein Gedicht!
Wir hatten Gemüsestrudel mit Safransoße (zusammen), Ricotta-Basilikum-Ravioli mit gegrilltem Gemüse (Schatzi), Tortellini mit Salbeibutter (ich), Schokoladen-Bananenmuffin mit Schokoladeneis (Schatzi) und Mascarponecreme mit Erdbeeren (ich).
Einfach nur köstlich, einfach nur lecker. Ich hätte weinen können, so gut war es.

Zum Glück mussten wir ja nur noch über die Straße laufen, dann waren wir auch schon wieder im Hotel.
So und jetzt ist es auch schon wieder spät und morgen ist schließlich der große Tag: Aida in der Arena di Verona.

Bitte fest die Daumen drücken, dass es nicht stärker regnet oder gar gewittert morgen abend. Das wurde nämlich von einigen Wetterberichten vorhergesagt und dann würde die Oper ausfallen und das wäre ganz schrecklich. so und jetzt denke ich positiv, es wird schön werden!

Mal schauen, ob ich es noch schaffe, mitten in der Nacht über den Besuch zu schreiben. Allerdings rechne ich eher damit, dass ich dann zu kaputt sein werde.
Dann kommt der Bericht erst am Montag abend, wenn wir wieder im Lande sind.