Ein weihnachtlicher Kurzurlaub 12.-14. Dezember 2011

Montag, 12. Dezember
Schatzi und ich laufen ja gerne mal über Weihnachtsmärkte.
Wir kennen den Frankfurter (woher bloß??), den Dresdner, den Nürnberger, den Wiesbadener, den Quedlinburger, den Hamburger und den Vechtaer Weihnachtsmarkt.
Dieses Jahr haben wir uns mal zwei Weihnachtsmärkte vorgenommen, nein drei, in Frankfurt waren wir ja bisher jedes Jahr seit 1993.
Aber ich schweife ab.
Also, heute morgen ging es mit dem Carsharing-Auto (ja, ich habe mein Auto tatsächlich verkauft) nach Aachen. Genauer gesagt: erst mal nach Vaals, das genau neben Aachen, gerade über die Grenze in den Niederlanden liegt.
Hier haben wir ein Zimmer für zwei Nächte in einem etwas fürnehmeren Hotel gebucht, das wir noch von unserem Urlaub zu Schatzis 50ten kannten: das Hotel Kasteel Bloemendal.

Unterwegs regnete es teilweise in Strömen, doch als wir in Vaals ankamen, hatte der Regen zum Glück aufgehört.
Wir haben schnell eingecheckt, unsere Sachen ins Zimmer gebracht und sind dann sofort zur Bushaltestelle der Linie 33 der Aachener Verkehrsbetriebe gelaufen, die direkt vor den Toren des Hotels liegt.
Hier im Dreiländereck Deutschland, Niederlande, Belgien fahren viele Busse über die Staatengrenzen hinaus, was natürlich sehr praktisch ist, wenn frau keine Lust hat, mit dem Auto in größere, ihr unbekannte Städte, reinzufahren, um dann dort mühsam eine Parkmöglichkeit zu suchen und dafür in der Regel auch bezahlen zu müssen.

Der Bus war zwar ne ganze Weile unterwegs, aber wir konnten uns dabei in Ruhe alles anschauen und mussten nicht angestrengt nach dem richtigen Weg suchen. Unter anderem sind wir mindestens dreimal an der Uniklinik vorbeigefahren. Dort in der Nähe finden sich nämlich viele Fakultäten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule – kurz RWTH – und viele Studierende nutzen die Linie 33, um hin und her zu kommen.
Wenn Ihr mal in Aachen seit, müsst Ihr Euch unbedingt die Uniklinik anschauen. Die ist wirklich ein Hingucker – sämtliche Versorgungsleitungen liegen außen und bilden so einen Teil der Architektur. Vor der Klinik befindet sich auf einem hohen Plateau der Hubschrauberlandeplatz, von wo aus die Patienten mit einem Schrägfahrstuhl direkt in 45 Sekunden runter in die Notaufnahme gebracht werden. Dieser Landeplatz heißt im Volksmund Die rettende Hand und wurde erst im Juli 2011 eingeweiht.

Wir sind bestimmt dreimal um die Uniklinik herumgekurvt, bevor es endlich weiter Richtung Aachener Innenstadt ging. Am Elisenbrunnen sind wir ausgestiegen und haben uns auf die Suche nach dem Weihnachtsmarkt gemacht. Oder sollte ich sagen: Weihnachtsmärkte?
Denn in Aachen sind die Buden auf verschiedene Plätze verteilt. Bereits am Elisenbrunnen, wo übrigens noch eine heiße Quelle aus einem Wasserhahn sprudelt – ja Aachen ist richtigerweise Bad Aachen, auch wenn es kaum noch Kureinrichtigungen in der Stadt gibt -, finden sich die ersten Buden mit Kunsthandwerk und Essen und Trinken.
Es dauerte ein bisschen, bis wir uns zurecht gefunden hatten, dann aber erreichten wir die Plätze am Dom und am Rathaus, auf denen sich noch viel mehr Buden fanden.

Vor dem Dom steht riesengroß das Wahrzeichen des Aachener Weihnachtsmarktes: ein überdimensionaler Printenmann. Ich finde, er könnte ein Bruder vom Marshmallow-Mann aus Ghostbusters sein, wobei der doch um einiges freundlicher aussah als Mr. Grusel-Printenmann.

Natürlich konnten wir auch nicht einfach so an den vielen Geschäften vorbeilaufen, die die berühmten Aachener Printen verkaufen. Wir haben in mindestens vier Läden ein oder zwei Printen (die weichen mit Schokolade, die anderen kann ich mit meinen provisorischen Kronen nicht beißen, aber das ist eine andere Geschichte) probiert. Und ich muss sagen, das ist schon lecker Zeug.
Es gibt übrigens in der Aachener Innenstadt noch viele kleine, individuelle Geschäfte mit wunderschönen Sachen. Dort reiht sich noch nicht eine Kette an die andere, wo es immer nur das gleiche Zeug zu kaufen gibt. Wir haben auch nur sehr wenige Klamottengeschäfte gesehen. Was ich schon sehr erstaunlich finde.
Das musste natürlich sofort für den Kauf von diversen Weihnachtsgeschenken genutzt werden!
Die Bratwurst, die wir an einem der Weihnachtsmarkstände gegessen haben, erwähne ich jetzt nicht weiter, die war scheußlich. Dafür war die (Eis-)Torte im Café zum Mohren wieder ausgesprochen lecker. Hier waren wir bei unserem ersten Kurzbesuch in Aachen auch schon mal gewesen.
Gegen 18 Uhr haben wir uns mit einem Aachener getroffen, einem Auditor, der für die Firma arbeitet, bei der Schatzi beschäftigt ist, und für die ich auch als Honorarkraft tätig bin.
Er hat uns in ein typisch Aachener Lokal geführt, wo wir eine Oecher (Aachener) Spezialität probiert haben: Aachener Sauerbraten mit Printensauce, Apfelrotkohl und Kartoffelkloß.
Ja, das haben wir alle drei gegessen. Schatzi und ich sind uns einig: das ist wirklich sehr lecker!
Gegen halb acht hat uns der Auditor zurück zu Bushaltestelle begleitet und uns ein wenig über die Besonderheiten Aachens erzählt. Viel Zeit blieb nicht. Kaum waren wir am Elisenbrunnen angekommen, kam auch schon der Bus Richtung Vaals. Wir legten einen kleinen Zwischenspurt ein, denn auf den nächsten hätten wir eine halbe Stunde warten müssen.
Zurück hat der Bus nicht ganz so viele Schleifen gedreht und jetzt sind wir wieder im Hotel, trinken noch einen Kaffee, zwei Cappuccino, einen Tee ….