Ein weihnachtlicher Kurzurlaub 12.-14. Dezember 2011

Dienstag, 13. Dezember – ein unterirdischer Tag

Heute morgen haben wir ausgeschlafen und sind dann nach einem gemütlichen Frühstück bei Regenschauern und stürmischen Wind nach Valkenburg aan de Geul gefahren, um unter die Erde zu gehen.
Nein, wir haben jetzt keinen Bergbau betrieben, wir waren auf dem Weihnachtsmarkt!
Denn in der Weihnachtstadt Valkenburg sind die Weihnachtsmärkte unter der Erde, genauer gesagt, in drei Höhlen, in denen früher Mergelstein für den Bau der Valkenburg abgebaut wurde. Die Valkenburg ist übrigens die einzige Burg der Niederlande, die auf einer Anhöhe errichtet wurde. Was irgendwie auch kein Wunder ist, bei den hohen Bergen in den Niederlanden :).

Zuerst waren wir in der Fluweelengrot, der wohl bekanntesten Höhle, die unterhalb der Burg zu finden ist. Sie ist ungefähr 10 km lang, hat aber Gänge von mehr als 200 km Länge.
Nein, nein, wir sind keine 200 Kilometer weit gelaufen, auch wenn es uns hinterher so vorkam.
In einem Rundgang ging es an vielen Verkaufsständen und kleinen weihnachtlichen Szenen vorbei. Es fand sich alles Mögliche dort: von Kitsch bis Kunst, von Bettwäsche bis zur selbstgefertigten kleinen und großen Stofffiguren. Dieser Weihnachtsmarkt ist nicht ganz so schön und wir haben dort nichts zum Kaufen gefunden. Allerdings haben wir uns auch die vielen Kohlezeichnungen an den Wänden angeschaut, die überwiegend im 19. Jahrhundert angefertigt wurden (einige später). Viele sind Zeichnungen von Menschen, die dort unten gearbeitet haben: Abschiedsszenen, Arbeitsszenen und anderes mehr. Es gibt auch Porträtzeichnungen, unter anderem von Roosevelt und 2 Päpsten. Im 2. Weltkrieg wurde die Höhle sowohl als Luftschutzbunker für die Valkenburger als auch als Unterschlupf für amerikanische Soldaten genutzt.

Nach einem kleinen Zwischenstopp bei Kaffee und Cappuccino im Eetcafé d’in Ingel ging es in die zweite Höhle ein Stückchen entfernt, die Gemeentegrot.
Diese Höhle ist viel größer als die Fluweelengrot. Nicht nur in der Ausdehnung sondern auch in der Höhe. Hier gibt es allerdings kaum Kohlezeichnungen an den Wänden und auch keinen Rundgang. Wir wurden hier in die einzelnen Abzweigungen hineingeführt und auf dem gleichen Weg wieder hinaus.
Dafür gab es höherwertigere Ware, inklusive Schokolade, Nougat, Käse (von dem wir ein wenig gekauft haben) und Wurst.
Es gab übrigens in beiden Höhlen auch Bereiche zu Sitzen, Essen und Trinken. Wobei der Bereich in der Gemeentegrot eindeutig der schönere von beiden war.

Danach sind wir durch die eigentliche Altstadt von Valkenburg gelaufen, in der viele Restaurants zu finden sind. Dort haben wir einen weiteren Kaffee-Stopp eingelegt, was auch sehr gut war, denn kaum saßen wir, kam auch schon wieder ein heftiger Regenschauer.

Die dritte Höhle, die Wilheminagrot ist etwas abseits gelegen und befindet sich unterhalb eines Sessellifts. Um dort hinzukommen, geht es deshalb erst ein paar steile Treppenstufen hoch.
In dieser Höhle ist kein Weihnachtsmarkt. Dort findet sich – in mehreren Gängen verteilt – die Weihnachtsgeschichte; von der Verkündung durch den Engel bis zur Geburt und der Ankunft der Heiligen Drei Könige alles aus Sand geschnitzt.
Sehr beeindruckend. 700 Tonnen Sand wurde in die Höhlen geschleppt und 20 Sandfigurenschnitzer waren damit beschäftigt, die Figuren und Szenen zu erschaffen.

Es ist teilweise sehr warm in diesen Höhlen und wir befanden uns zeitweise 25 m unter der Erde. Frau sollte auch festes Schuhwerk anziehen, da die Böden teilweise uneben und steil sind.

Da es immer wieder regnete, sind wir anschließend mit dem Auto nach Aachen gefahren, um dort in die Mayer’sche Buchhandlung zu gehen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an der Bäckerei Oebel vorbei, wo es leckere Baguette Hawaii gibt, belegt mit gekochtem Schinken, Käse, Ananas und Currysauce. Wunderbar!
In der Buchhandlung kann frau sich ja schon mal locker mehrere Tage aufhalten. Der Laden hat fünf Stockwerke und es werden fast alle Bereiche der Literatur und des Sachbuches abgedeckt. Eine eigene lesbisch-schwule Ecke gab es aber leider nicht.

Zum Abendessen wären wir gerne wieder ins Goldene Einhorn gegangen, wo wir gestern ja den wunderbaren Sauerbrauten mit der Printensauce gegessen hatten. Aber heute hatten wir kein Glück. Hellichter Dienstag und alles reserviert. Auch im Postwagen, einem zweiten Lokal, das uns empfohlen wurde, fanden wir keinen Platz.
Also mussten wir, wie Maria und Josefa, mit einer billigen Absteige, die sich als teurer Szeneladen entpuppte, und einem schlechten Sauerbraten mit gekauften Knödeln abfinden.
Tja, wir können nicht immer Glück haben mit dem Essen im Urlaub!

Morgen geht es dann wieder zurück nach Frankfurt.