Weimar 2011 – Rudolstadt und zurück

Heute ist unser letzter Tag in Weimar.
Aber es ist ein ganz besonderer Tag, denn Schatzi hat Geburtstag!!!!
Zur Feier des Tages gehen wir heute abend ins Kabarett, zum Stück Nimm 2 Weiber im Anzug im Kabarett Sinnflut. Wir sind schon ganz gespannt.

Weil’s sonst zu spät wird, schreib ich heute ein bißchen früher.

Nach einem erneut wunderbaren Frühstück im Andy’s sind wir ins 38 km entfernte Rudolstadt gefahren. Nein, wir wollten nicht Schillers heimliche Geliebte anschauen, sondern die Gläserne Porzellanmanufaktur besuchen.
Zunächst haben wir uns allerdings in Rudolstadt, dank der verwirrenden Ausschilderung verfahren: zuerst standen wir vor einem Acker, dann haben wir die falsche Manufaktur erwischt. Es gibt in Rudolstadt nämlich einige davon. Wir wurden dann aber netterweise auf den richtigen Weg geschickt und betraten bald den Schauraum der Gläserenen Manufaktur.

Ja, das ist eine Porzellanmanufaktur und nicht etwa eine Galerie oder ein Museum. Wunderschöne, aber durchaus auch kitischige Erzeugnisse der letzten 300 Jahre sind dort zu sehen.
Leider konnten wir keine Führung durch die eigentliche Manufaktur bekommen, da zur Ferienzeit nur ein einziger Mitarbeiter im Betrieb war.
Dafür hat uns aber die Verkäuferin des dazugehörigen Ladens eine kleine Extra-Führung durch den Ausstellungsraum gegeben. Wir waren nämlich zunächst die einzigen Besucherinnen.
Die Aelteste Volkstedter Porzellanmanufaktur gehört mittlerweile zu Seltmann Weiden. Die Figuren und Gegenstände aus der sehr schwierigen und aufwendigen Produktion (manche Vorlagen, z. B. die für „durchscheinendes“ Porzellan, das zu Lampenschirmen verarbeitet wird, kosten einige tausend Euro) werden auf der ganzen Welt verkauft.

Schatzi und ich haben uns zwei Espressotassen und eine Glocke mitgenommen. Die waren nicht ganz so teuer, wie die 30 Figuren, die wir uns ausgesucht hatten. 😉

Anschließend sind wir zum Schloß Heidecksburg gefahren, das hoch über der Stadt thront. Und mit hoch meine ich hoch. Von dort kann frau weit ins bergige Thüringer Land hineinschauen.

Das Schloß beherbergt die Thüringer Schlösserverwaltung und ist Sitz des Landesmuseums, aber anzusehen ist es ihm nicht. Auch dieses Schloss könnte wohl noch ein wenig Unterstützung gebrauchen, Frau Lieberknecht.

An der Schlossführung haben wir aber nicht teilgenommen, wir wollten lieber einen Kaffee trinken.
Das war leider keine gute Wahl, denn nachdem wir jede Menge Treppenstufen runter in den Vorgarten des Schlosses gelaufen waren, saßen wir in einem Café, das immer noch höher als der nächste Kirchturm lag, aber Eiskaffee, Cappuccino und Käse-Sahnetorte waren leider nur durchschnittlich. Nochmal würden wir dafür nicht die Treppen runterklettern.

Also wieder hinein in die Stadt. Schatzi war gerade noch eingefallen, dass in Rudolstadt auch die Ankersteine hergestellt werden.
Die Firma Anker Steinbaukasten GmbH hat die 130jährige Tradition der Bausteine wieder aufleben lassen.
Und das kommt dabei raus, wenn das Bauprojekt fertig ist:

Das Rote Rathaus in Berlin. Toll was?
Dieses Prachtexemplar stand in den Verkaufsräumen.
Und noch einige andere tolle Gebäude mehr, unter anderem das Münchner Rathaus.
Die Frau, die uns hereingelassen hatte, hat uns ausführlich geschildert, wie die Steine hergestellt werden und welche Verwicklungen es gab, bevor wieder Ankersteine produziert werden konnten, nachdem die DDR-Führung die Produktion 1963 eingestellt hatte.

Das war’s jetzt für`s Erste. Bevor wir ins Kabarett gehen, wollen wir noch was essen und deshalb müssen wir jetzt los.
Den Rest gibt es entweder spät heute abend oder morgen.