Wien im März 2017 – Tag 1

Es wurde für Schatzi und mich mal wieder Zeit für einen kleinen Urlaub und da ich jetzt auch in den Club der über Fünjährigen aufgenommen wurde, hat Schatzi uns eine kleine Reise nach Wien geschenkt.

So ging es denn heute morgen mit dem Flieger in die österreichische Hauptstadt. Wir wären ja lieber mit dem Zug gefahren, aber leider dauert das so ewig lange und einen Nachtzug, der von Frankfurt nach Wien fährt, gibt es nur noch mit Abfahrt mitten in der Nacht. Da waren wir nicht ganz so scharf drauf.

Am frühen Nachmittag sind wir gelandet und dann ganz bequem mit dem City Airport Train in die Stadt zur Landstraße gefahren. Von dort ging es mit der U-Bahn zwei Stationen weiter zum Stephansplatz. Dort ganz in der Nähe, in einer sehr schmalen Straße, liegt das Graben Hotel. Ein kleines, leicht altmodisch wirkendes Hotel, das doch einen gewissen Charme hat. Gut zu erkennen auf diesem Foto:

Ist das nicht neckisch? Handtücher in Herzform gerollt mit einem Stückchen Schokolade darin. Süß. 🙂

Groß ist das Zimmer zwar nicht, aber dafür im 6. Stock und nach hinten raus, also ruhig.

Wir haben den Koffer ausgepackt, die Schuhe gewechselt und uns dann auf den Weg zum nächsten Kaffeehaus gemacht. Das war zum Glück nicht sehr weit. Gleich schräg gegenüber befindet sich das altehrwürdige Kaffeehaus Leopold Hawelka.
Dieses Kaffeehaus stammt aus der Zeit des Jugendstils und es ist bis heute nichts verändert worden. Das ist schon sehr besonders, aber es wirkt natürlich dadurch leicht schmuddelig. Es hält aber wohl niemanden davon ab, hineinzugehen. Schatzi und ich haben uns allerdings draußen hingesetzt. Uns war noch so warm vom Flieger und von der Bahnfahrt, sodass wir mal ein wenig an der frischen Luft sitzen mussten.
Zu trinken gab es einen großen Braunen und eine große Melange. Da muss lesbe doch erst mal ein wenig umdenken und nicht nach einer Tasse Kaffee und einem Cappuccino fragen. 🙂 Und dazu gab es natürlich das erste Stück Sachertorte. Der Kaffee war sehr lecker, der Kuchen war gut.

Nur ein paar Häuser weiter die Dorotheergasse (so heißt das Gässchen hier) entlang liegt das Jüdische Museum, das wir morgen besuchen werden und noch ein Stückchen weiter haben wir das ältestes Auktionshaus der Welt entdeckt: Das Dorotheum, das gestern 310 (!) Jahre alt geworden ist. Da mussten wir doch sofort mal einen Blick reinwerfen. Wahnsinn! Was für ein riesiges Haus! Und überall finden sich Gegenstände aller Art, die versteigert werden sollen oder auch im Freiverkauf zu haben sind. Schmuck, Geschirr, Möbel, Gemälde und was weiß ich noch alles.

Wir haben dann gleich mal geschaut, wann die nächste Auktion stattfindet. Morgen nachmittag! Jugendstil und Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts. Das klingt doch mal spannend. Da werden wir nach dem Museumsbesuch hingehen. Es ist nämlich durchaus möglich, sich in die Auktion zu setzen und nicht mitzusteigern.

Es ist schon unglaublich, was es hier auf nur wenigen hundert Metern alles zu entdecken gibt. Bis jetzt haben wir gesehen: das Theatermuseum, das Albertina, das Filmmuseum (ein Kino), das Literaturmuseum im Grillparzerhaus, das Filmarchiv Austria. Das Globenmuseum, das Esperantomuseum und viele andere mehr haben wir heute natürlich nicht gesehen. Ist schon ziemlich verrückt.

Und dann gibt es noch 2.000 Kaffeehäuser in der Stadt. Ich fürchte, die schaffen wir nicht bis Samstag. Auch wenn wir uns heute schon mal Mühe gegeben haben. Wir wollten ins Café vom Hotel Sacher, was uns leider nicht gelang, denn dort wartete schon eine längere Schlange vor dem Haus. Wir waren dann beim Hofzuckerbäcker Gerstner und haben dort noch einmal Kaffeegetränke und Kuchen zu uns genommen. Ganz so lecker war es leider nicht und der Kaffe war auch mehr lauwarm als heiß. Nun gut, es gibt ja noch ein paar. Obwohl: Die Preise für Kaffee und Kuchen sind schon ein wenig üppiger hier als in Frankfurt und das will schon was heißen. Wir werden uns dann doch wohl ein wenig zurückhalten müssen in Sachen Kaffeehaus-Besuch.

Zum Abendessen haben wir dann auf das schicke, bunte Dach des Stephansdoms geschaut. Denn wir waren im Restaurante Settimo Cielo im 10. Stock des Hotel Royal. Dort haben wir lecker und nicht ganz billig gespeist.
Ich hatte das hier:

Sieht nicht so lecker aus, oder? War es aber. Rote-Rüben-Risotto mit Thunfisch im Pfeffermantel. Voll krasse Farbe und voll lecker!

Von Schatzis Essen habe ich kein Foto. Ist nicht so gut geworden. Sie hatte Kalbszungen-Ravioli mit Wurzelgemüse und einen kleinen Salat. Die Ravioli waren auch sehr lecker, der Salat leider ein wenig schnöde.

Nach einem kurzen Spaziergang durch den Graben (Fußgängerzone) und ein Staunen über den Julius Meinl am Graben:

Ein Schokoladen-Ei mit Marmite: Dieser Hefeextrakt hat einen intensiven Hefegeschmack und wird hauptsächlich als Brotaufstrich verwendet (Wikipedia). Bleh!

Da brauchten wir aber noch einen Kaffee im Hawelka und dann ging es zurück ins Hotel. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

P.S.: eine Ampel mitten in Wien:

Gibt es an der gleichen Kreuzung auch in schwul und hetero. Und es ist kein CSD. Cool, gell?