Wien im März 2017 – Tag 2

Wir hatten eine weitgehend ruhige Nacht, mit Lärm erst in den frühen Morgenstunden. Da waren wohl schon einige Mitarbeiter des Hotels dabei, das Frühstück vorzubereiten und das Fenster dürfte auf gewesen sein. Dann kommt halt in der nächsten Nacht die Klimaanlage zum Einsatz. Na gut.
Das Frühstück war gut, der Kaffee war lecker.

Als erstes ging es heute ins Jüdische Museum zur Ausstellung Die bessere Hälfte. Jüdische Künstlerinnen bis 1938:

Eine wirklich sehenswerte Ausstellung mit mehr als 40 Künstlerinnen, die in vielen verschiedenen Stilen gemalt oder Skulpturen erschaffen haben.

Hier nur einige Namen: Malerinnen wie Tina Blau, Broncia Koller-Pinell, Marie-Louise von Motesiczky, und Helene Taussig, die Keramikerinnen Vally Wieselthier und Susi Singer und die Bildhauerin Teresa Feodorowna Ries.

Wir hätten Euch gerne ein paar Bilder hier gezeigt, aber das Fotografieren war leider nicht erlaubt. Dafür haben wir uns aber den sehr ausführlichen Katalog zur Ausstellung gekauft. Da können wir dann in Ruhe noch einmal alles nachlesen.

Danach sind wir bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen ein wenig durch die Straßen geschlendert und haben dann in der Kurkonditorei Oberlaa ein Päuschen gemacht. Hier habe ich mal wieder eine Sachertorte probiert. Die war ganz okay, vielleicht ein wenig trocken. Der Kaffee war in Ordnung. Wir sind auch noch einmal beim Sacher vorbeigelaufen. Aber als wir dann die Preise sahen, sind wir rasch weitergegangen. Ein kleiner Brauner sollte sage und schreibe 5 Euro 30 kosten! In anderen Kaffeehäusern kostet das noch nicht mal ein großer Brauner. Der Preis liegt für den großen Braunen in der Regel bei 4 Euro 10. Zwei schnöde Schlucke Kaffee können nur in den seltensten Fällen so gut sein.

Nun sollte es endlich mal in einen österreichischen Supermarkt gehen. Und was lag da näher, als gleich den BILLA Corso gegenüber vom Oberlaa zu nehmen? Na gut, weder haben wir das spontan beschlossen, das taten wir schon gestern abend, noch ist der BILLA noch wirklich österreichisch. Eine große deutsche Einzelhandelskette mit vier Buchstaben hat sie sich unter den Nagel gerissen.

Aber wenigstens gibt es in diesem BILLA viele besondere Produkte. Der Corso ist sozusagen eine Premiumversion eines Supermarktes. Es gibt eine große Auswahl an ungewöhnlichen Produkten. An jeder Ecke stehen edle Süßigkeiten; es gibt sehr viele ungarische Spezialitäten, Käsesorten, die wir gar nicht kennen und sogar halbe Wirsing- und Weißkohlköpfe. Und die ÖsterreicherInnen scheinen Salz zu lieben. Das gab es hier in zig Variationen und (fast) allen Geschmacksrichtungen. Verrückt. Angelegt war das Ganze auf zwei Etagen, wobei es im ersten Stock die ganzen Milchprodukte und haltenbare Lebensmittel gab.
Wir haben nur ein paar Kleinigkeiten gekauft. Es läßt sich ja alles so schlecht mitschleppen.

Und schließlich mussten wir – oder besser gesagt: ich – noch in eine Buchhandlung. Da besteht natürlich die Gefahr, dass mir das ein oder andere Buch hinterherläuft und mitgenommen werden will. Was ja dann auch passiert ist, und zwar in der Buchhandlung Frick am Graben. Ich weiß auch nicht, wie das immer passiert. 😀
Schatzi hat sich übrigens in der Buchhandlung mit einer Österreicherin unterhalten, die ihr ein paar nette Kaffeehäuser genannt hat und im Gegenzug von Schatzi Tipps zu sehenswerten Orten in Franken erhalten hat. Die wollte nämlich mit ihrem Mann nach München und von dort aus ein wenig die Gegend erkunden.

Im Café Julius Meinl gab es dann noch einen leckeren Kaffee und anschließend ging es zurück in Richtung Hotel, um dort die Einkäufe ins Zimmer zu bringen und dann zur gestern erwähnten Auktion im Dorotheum zu gehen.
Direkt neben unserem Hotel war mir gestern bereits ein Haus aufgefallen, das von außen nicht einsehbar war, weil es große Türen mit diesem rubbeligen Glas hat, dessen Name mir jetzt nicht einfällt.
Und das steht über dem Eingang:

Mmh, den Namen kann doch tatsächlich keine nicht-polnische Socke aussprechen. Und Brötchen gibt es da?
Das sollten wir uns mal anschauen. Und siehe da, das sind Brötchen in Österreich:

Naja, ich würde das ja eher Brote nennen. Aber irgendwie hat es auch eine Logik: Brot, kleingeschnitten, also Brötchen. Und die mussten wir natürlich probieren. Dazu gab es das hier:



Äußerst lecker
kann ich nur sagen. Wirklich gut. Sowohl Brötchen als auch Saft.

Jetzt aber endlich ab zum Dorotheum. Die Auktion beginnt gleich!
Weiter geht’s dazu im nächsten Beitrag, dann von Schatzi2 geschrieben.