Wien im März 2017 – Tag 3

Heute probiere ich mal, unterwegs gleich am Blogbeitrag zu schreiben. Dann sitze ich nicht immer abends noch drei Stunden dran.

An der Hofburg entlang sind wir durch die Herrengasse gegangen, um das Café Central zu besuchen.
Das war eines der Kaffeehäuser, das die Frau gestern in der Buchhandlung empfohlen hatte.
Und das war mal wirklich ein hervorragender Tipp! Ein wunderschönes, geräumiges Café mit vielen Säulen, großen, beeindruckenden Kronleuchtern und einem spitzenmäßigen Kuchenangebot.
Da mussten wir doch gleich probieren.
Schatzi hatte ein Central Törtchen Surprise und ich eine Central-Schnitte. Leckerst!!!
Der Kaffee war auch nicht ganz so teuer, wie im Sacher.
Hier lohnt es sich wirklich, eine Pause einzulegen. Da können doch das Sacher und auch das Demel, in das wir einen kurzen Blick geworfen hatten, zuhause bleiben!

Jetzt aber ab ins Kunstforum zu Georgia O’Keeffe.
Eine sehr interessante Ausstellung mit tollen Bildern. Nicht viele von den bekannten Blumenbildern, dafür mehrere ihre Landschaftsbilder, die sie gemalt hat, nachdem sie nach New Mexico gezogen war.

O’Keeffe hat sich übrigens zeitlebens gegen die Sexualisierung ihrer Bilder verwahrt. Das passierte durch die Männer in ihrem Umfeld – wie z.B. Alfred Stieglitz, mit dem sie eine Zeitlang zusammen lebte und später verheiratet war – ,die, auch unter dem Einfluss von Freud, überall Erotik entdecken wollten.
Sie sagte dazu nur:

Wenn die Leute erotische Symbole in meine Bilder hinein lesen, dann sprechen sie eigentlich von ihren eigenen Angelegenheiten.

Zitat aus der Ausstellung.
Und zum Thema Blumen:

Ich mag keine Blumen. Ich male sie, weil sie billiger als Models sind und sie bewegen sich nicht.

Zitat aus der Ausstellung.

Warum allerdings die lieben Kuratorinnen (!) der Tate Modern, von denen die Ausstellung zusammengestellt wurde, unbedingt meinten, sie müssten noch Fotos von den Männern in Georgias Umfeld dazu packen – unter anderem Nacktfotos von ihr – bleibt uns ein ewiges Rätsel. Das wäre überhaupt nicht erforderlich und trug so rein gar nichts zum besseren Verständnis der Werke bei.

Danach haben wir uns in einen Stadtrundfahrtbus gesetzt und sind erst mal eine Weile durch die Gegend gefahren. Das ist doch wunderbar fuß- und knie-schonend und Frau erfährt noch vieles über die Stadt. Allerdings ist der Hop-on-Hop-off-Bus in Wien relativ teuer (25 Euro, allerdings für 24 Stunden) und es ist auch etwas schwierig, manche der Haltestellen zu finden. Die blaue Linie, die auch nach Schönbrunn fährt, fährt leider relativ selten. Nur ungefähr alle 45 Minuten. Wenn frau dann grad einen Bus verpasst, ist das schon ärgerlich.

An der Oper sind wir ausgestiegen und haben uns bei einem kleinen Italiener erst mal einen Kaffee gegönnt. Dann ging es, vorbei an der Secession

zum Naschmarkt.

Der liegt zwischen zwei stark befahrenen Straßen und ist eine riesige Aneinanderreihung von Markt- und Essständen bzw. -gebäuden. Die Menge ist schon überwältigend. Wir konnten uns wirklich nicht entscheiden, wo wir uns jetzt mal hinsetzen sollten, um was zu probieren.
Deswegen haben wir einfach mal die Straßenseite gewechselt und sind ins Sopherl am Naschmarkt gegangen. Das Sopherl ist ein sogenanntes Beisl. Ich würde es mal Kneipe mit einem kleinen Angebot an Gerichten nennen. Sehr urig und schlicht. Wir haben überbackenes Schinkenbrot und Frankfurter (!) Würstchen bestellt.

Da sieht frau wieder, was die WienerInnen unter einem Brot verstehen. Das sind 4!!!!
Aber lecker war’s. Auch das Frankfurter Würstchen.

Wir haben dann überlegt, ob wir die Stadtrundfahrt noch weiter fortsetzen und zum Schloss Schönbrunn fahren sollten. Da wir da aber schon mal waren und wir jetzt keine so große Lust drauf hatten, haben wir uns dagegen entschieden. Stattdessen sind wir zum Museumsquartier gelaufen.

Das MuseumsQuartier Wien ist mit rund 60 kulturellen Einrichtungen nicht nur eines der weltweit größten Kunst- und Kulturareale sondern mit seinen Innen­höfen, Cafés und Shops auch eine Oase der Ruhe und Erholung inmitten der Stadt. Die Kombination aus Kunst- und Lebensraum und der Mix aus historischen Gebäuden aus dem 18. und 19. Jahrhundert gemeinsam mit zeitgenössischer Museumsarchitektur sorgen für eine einmalige Atmosphäre und machen das MQ sowohl für WienerInnen als auch TouristInnen aus aller Welt zu einem beliebten Ort. Kunstschaffen und Kunsterleben sowie Freizeitgestaltung und Erholung wachsen im MuseumsQuartier zu einer untrennbaren Einheit zusammen.

von der Homepage des MQW

Beeindruckend. Ein wirklich tolles Gelände. Und so tolle Einrichtungen, wie zum Beispiel das hier:

Das ist Komische Künste – Shop und Galerie. Es hat die engste Galerie der Welt – Raum 66 -, in der zurzeit tolle Zeichnungen von Heike Drewelow ausgestellt werden. Die Galerie heißt so, weil sie nur 66 cm breit und am besten seitwärts zu betreten ist.

Zum Abschluss des heutigen Tages und damit auch mehr oder weniger zum Abschluss unserer Reise sind wir noch einmal zum Schwedenplatz gefahren, um dort ein lecker Eis im Eissalon am Schwedenplatz zu essen. Diese Eisdiele gibt es tatsächlich schon seit mehr als 130 Jahren, also seit 1886 und es ist immer noch dieselbe Betreiberfamilie.
Das Eis ist sooooo lecker! Das hier waren heute unsere Eisbecher:

Es gibt übrigens auch Diabetiker-Eis und veganes Eis, jede Menge Eissorten ohne Ei und auch jede Menge ohne Milch, die deswegen nicht gleich vegan sind. Insgesamt haben sie über 160 Sorten. Das ist doch der Traum einer jeden Eisliebhaberin!

So, nun aber ab zum Hotel und die müden Füße hochlegen.
Morgen geht es leider schon wieder zurück nach Hause.
Aber ich würde mal sagen: wir kommen wieder!